(Video: Geschlossene Gesellschaft - KW Institute for Contemporary Art Berlin; vom: 28.09.2008)

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Video: Geschlossene Gesellschaft - KW Institute for Contemporary Art Berlin



Dauer: 1:59 min

Die Kunstwerke e.V. greifen mit ihrer aktuellen Ausstellung "Geschlossene Gesellschaft" ein politisches Thema auf, das sich mit Freiheitsentzug, Ausgrenzung und Eingesperrtsein auseinandersetzt.
Dabei steht weniger der Existenzverlust des Einzelnen in der gleichgeschalteten Gesellschaft im Vordergrund wie in Jean Paul Sartres gleichnamigen Drama. Es geht vielmehr konkret um das Gefängnis als politischen Raum und die weltweiten Veränderungen im Umgang mit Inhaftierung.
15 internationale Künstler, die sich in ihren Arbeiten u.a. mit dieser Thematik beschäftigen, hat die künstlerische Leiterin der Kunstwerke und Kuratorin der Ausstellung Susanne Pfeffer eingeladen.
So zeigt bspw. Fiona Tan in ihrer eindrucksvollen Videoinstallation "Correction" (2004) rund 300 Insassen sowie Aufsichtspersonal und Angestellte aus verschiedenen amerikanischen Gefängnissen. Jeder der Menschen blickt etwa 40 Sekunden lang in die Kamera.
In der Audioinstallation "PhoneCall" (2004-2008) von Chloe Piene (engl) hört man Telefongespräche, die die Künstlerin über einen Zeitraum von 4 Jahren mit einem Gefangenen führte, der eine 15 jährige Haftstrafe verbüßte. Ein Anruf aus dem Gefängnis kostet 22 Dollar. Thematisiert wird hier u.a., dass die amerikanischen Strafanstalten eine profitorientierte Industrie sind.
Die Auseinandersetzung der Künstler mit diesem politischen Raum ist vielschichtig und ihre Gestaltung unterschiedlich: neben Video- und Audioinstallationen sind in der Ausstellung außerdem Malerei, Objekte, Fotografie und Film zu sehen.

"Assoziations- und Bildräume, die sich aus Andeutungen oder Vorstellungswelten nähren, erzeugen wirklichkeitsstiftende Ideen. Bilder, die Ausflucht oder Schrecken sein können, die ein Außerhalb genauso schaffen können wie die Ahnung des Inneren. Die Welten selbst berühren sich; Innen und Außen bleiben jedoch unversöhnlich und unverschränkt nebeneinander bestehen: Geschlossene Gesellschaften auf beiden Seiten. Allein Vorstellungen und Bilder treffen aufeinander." (Presse)

Künstler: Manon de Boer, Robert Bresson, Hans-Peter Feldmann, Miroslaw Kijowicz, Angela Melitopoulos, Gianni Motti, Chloe Piene, Wolfgang Plöger, Jeroen de Rijke/Willem de Rooij, Gregor Schneider, Norbert Schwontkowski, Taryn Simon, Fiona Tan, Clemens von Wedemeyer

Ausstellungsdauer: 28. September - 16. November 2008

Öffnungszeiten: Di-So 12-19 Uhr, Do 12-21 Uhr

KW Institute for Contemporary Art
Auguststr. 69
D-10117 Berlin

kw-berlin.de

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